Das Krakauer Kazimierz

 

Fast 100 Jahre nach der Ausgabe des Krakauer Lokationsaktes bekam Kazimierz, das Gebiet in der unmittelbaren Nachbarschaft von Krakau, von König Kasimir dem Groβen dieselben Rechtsakt. Zur Erinnerung an den Stifter nennt man diese Gegend nach dem Namen des Königs – Kazimierz. Es geschah im Jahre des Herrn 1335. Derweil war das Gebiet eine Flussinsel, die zwischen dem alten und dem aktuellen Flussbett gelegen war, das durch die heutige Dietla-Straβe verlief. Einige Jahre später schloss man an Kazimierz das Gebiet des nachbarlichen Dorfes, Bawół (deutsch: Büffel) an (im Bereich der heutigen Szeroka-Straβe).
            
Der zentrale Platz wurde auf der Stelle des heutigen Wolnica-Platzes abgesteckt, man errichtete dort das Rathaus.  Die Stadt Kazimierz war von der Schutzmauer mit vier Toren umgeben. Ihre Einwohner erlangten die Rechte, die die Stadt umfassenden Flüsse zu nutzen und die allwöchentlichen Freitagsmärkte zu organisieren. 
            
Gleich am Anfang der Existenz dieser Stadt entstanden die Kirchen: Fronleichnam-Basilika und Katharinenkirche. Johannes Longinus baute hingegen das Kloster auf dem Skałka-Hügel um und übergab es den Paulinern.
            
Der Wendepunkt in der Geschichte des Kazimierz war die Umsiedlung der Krakauer Juden nach der Entscheidung von Johann Olbracht in die Umgebung der heutigen Szeroka-Straβe. Das war das Ergebnis des Konflikts zwischen den polnischen und jüdischen Kaufleuten um das Handelsrecht am Krakauer Hauptmarktplatz. Der Effekt dieser Tätigkeit war die Verteilung des Kazimierz in zwei Teile: das eine war von Christen und das andere von Juden bewohnt. Obwohl die beiden eine Verwaltungseinheit bildeten und sich gegenseitig in vielen Aspekten des alltäglichen Lebens beeinflussten, bewahrten jahrelang das christliche und jüdische Kazimierz ihre weitgehende Kulturverschiedenheit.
            
Im Laufe der Zeit verwischten sich die kulturellen Unterschiede der zwei nachbarlichen Städte: Krakau und Kazimierz. Die Teilung der beiden Gebiete dauerte noch bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts, als während des Vierjährigen Sejm die Eingliederung des Kazimierz in die Krakauer Strukturen als eines der Stadtviertel beschlossen wurde.

Montag, 20 November 2017
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