Das Krakauer Zwierzyniec

Das ökologischste und grünste Stadtviertel Krakaus ist Zwierzyniec (deutsch: Tiergarten). Sein bekanntestes Teil bilden seit Jahren die Krakauer Wiesen, die man als die breitesten, im Stadtzentrum gelegenen Wiesen (48 ha) in Polen erklärt. Die Geschichte der Krakauer Wiesen reicht ins Jahre 1162 zurück, als ein vermögender Adeliger, Jaksa Gryfita aus Miechów, das Gebiet dem Norbertanerinnenkloster schenkte, damit die Norbertanerinnen um ihn während seiner Pilgerfahrt nach dem Heiligen Land beten. Im Jahre 1366 übergaben die Norbertanerinnen der Stadt den Boden, anstelle des Mietshauses an der Floriańska-Straβe.
 
Seitdem, im Jahre 1834, das Ausführen des Viehes in die Krakauer Grünanlagen verboten wurde, waren die Wiesen über viele Jahre der einzige Weideplatz im Stadtzentrum. Das Recht des Viehweiden auf den Weisen überdauerte hingegen Jahrhunderte, es wurde von der Königin Hedwig eingeleitet, die es den Krakauer Ländern verlieh.
             
In den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts darstellten die Krakauer Wiesen einen sehr beliebten Platz der Nachmittags- und Sonntagsbiwaks der Krakauer. Man kann nicht vergessen, dass es damals keine freien Wochenenden gab und die Verkehrsvergänglichkeit zu den Gebieten auβerorts erheblich erschwert wegen der sehr kleinen Anzahl der Privatwagen war. Bei der Gewinnung der Beliebtheit hilft übrigens seine Lage in der unmittelbaren Nähe von Henryk-Jordan-Park und zwischen zwei Fuβballstadien: Weichsel Krakau und Cracovia. Auf den Krakauer Wiesen fanden die ersten Fuβballspiele dieser im Jahre 1906 entstandenen Fuβballvereine statt, hier sahen sich die Krakauer die Vorkriegstruppenparaden (wie diese aus 1933 unter Anteilnahme von Józef Piłsudski) an, ebenfalls hier traf sich der Papst Johannes Paul II. mit den Gläubigen während seiner Pilgerfahrten in das Vaterland.
             
An dieser Stelle muss man auch das Norbertanerinnenkloster aus dem 12. Jahrhundert näher beschreiben. Es ist gleich an der Weichsel, im Salwator, gelegen. In vergangenen Zeiten lag das Gebiet auβerhalb der Stadt, deshalb war das Kloster mehrmals von den Angreifern zerstört. Der letzte große Umbau fand im 16. Und 17. Jahrhundert statt, die aktuelle Ausstattung des Tempels stammt hauptsächlich aus dem 18. Jahrhundert. Man muss zugeben, dass jedes Jahr, am Donnerstag nach dem Fronleichnam aus dem Norbertanerinnenkloster der Krakauer Lajkonik aufbricht, um herumzutollen und die Jahren unvergesslich zu machen, in denen sich Krakau oftmals gegen Tataren tapfer wehren musste.
             
Im Salwator befindet sich auch die oberhalb des Klosters gelegene St. Salvatorkirche mit den bis heute erhaltenen, aus dem 13. Jahrhundert stammenden Teilen des romanischen Presbyterium von großer Schönheit. Wenn man noch höher klettert, nähert man sich dem Kościuszko-Hügel, einem der Zeichen der Stadt Krakau, aus dem sich ein wunderschönes Stadtpanorama ausbreitet. Dieser Hügel (einer von vier in Krakau) wurde in den Jahren von 1820 bis 1823 von den Polen zum Andenken an den Nationalhelden, Tadeusz Kościuszko aufgeschüttet.        

Samstag, 26 May 2018
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