Die Krakauer Künstler in der Erinnerung

 

 Gewiss wäre es schwer an dieser Stelle alle Künstler zu erwähnen, die innerhalb von so vielen Jahren mit Krakau verbunden waren. In den Jahren 1477-1496 lebte und wirkte in der Stadt der berühmte Bildhauer, Veit Stoß, der so großartige Werke, wie den Alter in der Marienkirche, oder das Grabmal des Königs Kasimir Jagellonicus in der Wawel-Kathedrale hinterließ.
             
Einer der wichtigsten Plätze belegt auf jeden Fall der hochverdiente Krakauer, langjährige Rektor der Akademie der Künste – Jan Matejko.
             
Unter seinen Nachfolgern, die er bildete, sollen vor allem Jacek Malczewski, Stanislaw Wyspiański, oder Jozef Mehoffer genannt werden. In die Kunstgeschichte sind auch andere in Krakau wirkende Maler eingegangen, wie zum Beispiel: Teodor Axentowicz, Julian Fałat, Leon Wyczółkowski, oder Bildhauer Xawery Dunikowski.
             
Die Literatur und Dichtkunst schufen in Krakau vor Jahren: Stanisław Ignacy Witkiewicz, Stanislaw Wyspiański, Zbigniew Herbert, Adam Zagajewski, Lucjan Rydel, Stanislaw Przybyszewski.
             
Hier arbeitete der bekannte Dramaturg, Tadeusz Kantor, hier gründete Piotr Skrzynecki sein unvergessliches Kabarett, mit Krakau verband sein Werk Marek Grechuta.
             
Zu den hervorragenden Dichtern, die noch vor kurzem die Krakauer Wege durchwanderten, soll man gewiss die Verstorbenen: Wisława Szymborska oder Czesław Miłosz zählen.   

 

"Katze in der leeren Wohnung"   Wisława Szymborska

 

Sterben – das tut man einer Katze nicht an,
Denn was soll die Katze
in einer leeren Wohnung.
An den Wänden hoch,
sich an Möbeln reiben.
Nichts scheint sich hier verändert zu haben,
und doch ist alles anders.
Nichts verstellt, so scheint es,
und doch alles verschoben.
Am Abend brennt die Lampe nicht mehr.

Auf der Treppe sind Schritte zu hören,
aber nicht die.
Die Hand, die den Fisch auf den Teller legt,
ist auch nicht die, die es früher tat.

Hier beginnt etwas nicht
zur gewohnten Zeit.
Etwas findet nicht statt,
wie es sich gehört hätte.
Jemand war hier und war,
dann verschwand er plötzlich
und ist beharrlich nicht da.

Alle Schränke durchforscht.
Alle Regale durchlaufen.
Unter Teppichen geprüft.
Trotz des Verbots
die Papiere durchstöbert.
Was bleibt da noch zu tun.
Schlafen und warten.

Komme er nur,
zeige er sich.
Er wird´s schon erfahren.
Einer Katze tut man sowas nicht an.
Sie wird ihm entgegenstolzieren,
so, als wollte sie´s nicht,
sehr langsam,
auf äußerst beleidigten Pfoten.
Noch ohne Sprung, ohne Miau.

(übersetzt von Karl Dedecius)

Samstag, 24 February 2018
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