Kurze Geschichte der Stadt Krakau

Die ältesten historischen Notizen über Krakau datiert man auf die Jahren 965-966. Wir verdanken sie einem jüdischen Reisenden, Ibrahim, Sohn Jacobs, der über seine Wanderungen am Hofe Kaiser Ottos berichtete und auch das Handelsdorf an der Weichsel erwähnte. Man muss dennoch nicht vergessen, dass die Spuren der menschlichen Anwesenheit in diesem Gebiet in die Altsteinzeit zurückreichen.

Nach dem Jahre 1000 entstand auf dem Wawel-Hügel eine Kirche, die zum Sitz des Bistums wurde. Im Jahre 1039 wählte der Fürst, Kasimir der Erneuerer, Krakau zu dem politischen Hauptstadt.
 
Ein bedeutendes Datum war das Jahr 1241, als Krakau fast völlig von Tataren vernichtet wurde. Nach dem schwierigen Erlebnis erhob sich jedoch die Stadt schnell aus den Trümmern und am 5. Juni 1257 verkündete der Krakauer und Sandomierzer Fürst, Boleslav der Schamhafte, die Krakaus Lokalisationsurkunde. Der damals anfertigte Stadtbauplan nach Magdeburger Recht überdauerte bis zum heutigen Tag: es wurde der Hauptmarkt am Zusammentreffen elfter Straßen festgelegt, in seiner Nähe entstand auch der sogenannte Kleine Markt.
 
Zu der offiziellen Hauptstadt wurde Krakau am 20. Januar 1320, als sich Wladyslaw Ellenlang in der Wawel-Kathedrale zum König Polens krönen ließ. Im Jahre 1333 ließ sich in der Kathedrale ein anderer König krönen, Kasimir der Groβe. Zwei Jahre später unterbrachte er in unmittelbarer Nähe eine neue Stadt, mit seinem Namen, Kazimierz (Kasimir) genannt. Es war die Epoche vom riesigen Ausbau der Stadt und Wohlstandswachstum ihrer Einwohner. Das Ergebnis der Veränderungen war im Jahre 1364 die Gründung von der Krakauer Akademie, der ersten polnischen Hochschule, die schnell eine große Anerkennung in Europa fand. In der Hochschule nahm Unterricht u.a. Nikolaus Kopernikus.
 
Das 16. Jahrhundert brachte die Blütezeit für Krakau. Das Königsschloss Wawel wurde dank der italienischen Architekten zu dem schönsten Renaissance-Gebäude in Polen. Im Jahre 1520 ertönte zum ersten Mal das Läuten der bekannten Sigismund-Glocke.
 
Fast ein Jahrhundert später wurde die Macht der Stadt von einigen Ereignissen erschüttert. Im Jahre 1596 verlegte der König Sigismund III. Wasa, den Königshof nach Warschau, schwarze Blattern und Überflutung richtete Verwüstungen 1651-1652 an, im Jahre 1655 wurden viele Denkmäler von Schweden verheert.
 
Krakau ging noch oft in die Geschichte Polens ein. An dem Krakauer Marktplatz im Jahre 1794 gelobte Tadeusz Kościuszko. Der Wiener Kongress im Jahre 1815 wies die Stadt als Sitz der Krakauer Republik an. In den Sechzigerjahren des 19. Jahrhunderts begannen die Krakauer Hochschulen wieder die begabtesten Jugendlichen aus allen Besatzungsgebieten anzuziehen. In Krakau schufen solche große Künstler, wie: Jan Matejko, Stanislaw Wyspiański, Tadeusz Boy-Żeleński, Adam Asnyk.
 
Die beiden Weltkriege zerstörten etwas die Stadt  ( während Januaroffensive alleine im Jahre 1945 wurden 450 Gebäuden stark beschädigt, dabei ein Teil der Wawel-Kathedrale), jedoch wurden so dramatische Verluste, wie in Warschau oder Breslau, in Krakau verschont.
 
Zurzeit erlebt Krakau seine Blütezeit, es wird von 756 Tausend Personen bewohnt, fast 60% von denen ist weniger als 44 Jahre alt. An 23 Hochschulen nehmen über 200 Tausend Studenten Unterricht. Das historische Stadtzentrum Krakaus und das benachbarte Salzbergwerk in Wieliczka (deutsch: Groß Salze) wurden im Jahre 1978 auf die Liste der UNESCO-Welterbe aufgetragen. Jährlich wird Krakau von über 8 Millionen Touristen besucht, darin 2 Millionen aus Ausland (am meisten aus Groβ Britannien, Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, USA und Russland).

Montag, 20 November 2017
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